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Nachbarschaftsagentur

Die Idee zur Etablierung einer Nachbarschaftsagentur zur Entwicklung stabiler Bewohnerstrukturen war unter dem Titel „Entwicklung positiver Lebensbedingungen im Meurerhof“ bereits im IHK 2008 enthalten. Da die betreffende Wohnanlage in der Heinrich-Hildebrand-Straße 15-18a gemäß INSEK zurückgebaut wird, hat sich eine Umsetzung an diesem Standort erübrigt. Da die damals diagnostizierte Ausgangslage jedoch auch auf andere Gebiete zutrifft, wurde die Projektidee entsprechend weiterentwickelt.

Die Trägerschaft liegt (unverändert) beim Verein „Miteinander Wohnen“, der sich seit 1999 um Menschen kümmert, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind. Potenzielle Kooperationspartner sind u.a. die WOWI, die Frankfurter Arbeitsloseninitiative, die geplante Außenstelle der Zentralen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge Eisenhüttenstadt, das Freiwilligenzentrum, das Quartiersmanagement und verschiedene (öffentliche oder gemeinnützige) Institutionen aus dem Bereich Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung.

Ausgangspunkt sind Quartiere, in denen Bewohner mit multiplen Problemlagen und damit einhergehendem Unterstützungsbedarf leben. Dazu zählen zum Beispiel Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Schulden, Süchte, Einsamkeit und Altersarmut. Die betroffenen Quartiere sind unter anderem durch häufige Nachbarschaftskonflikte, Anonymität und Isolation, eine schwache Identität und ein schlechtes Image geprägt.

Dieser Situation soll an einem konkreten Ort mit einem Nachbarschaftstreff in der Berliner Straße entgegengewirkt werden, der als Kommunikations- und Begegnungsort mit hoher Beteiligung der Betroffenen fungiert. Dieser Treff soll ein niedrigschwelliger Anlaufpunkt für alle Fragen rund um das Zusammenleben mit kontinuierlicher Präsenz und Erreichbarkeit von Ansprechpartnern sein und – im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe – durch die Bewohner (ggf. mit Hilfe von Maßnahmen der Beschäftigungsförderung) selbst gestaltet und inhaltlich belebt werden. Bestandteil des Projektes ist auch der Aufbau eines Pools von Bewohnern, die sich gegenseitig Nachbarschaftshilfe leisten bzw. diese in Anspruch nehmen. Auch hier könnten Schulungen oder Instrumente der Beschäftigungsförderung zum Einsatz kommen.

Eine wichtige Querschnittsaufgabe ist die kontinuierliche Vernetzung, Vermittlung und Aktivierung der Bewohner. Mit diesem Projekt sollen die verschiedensten Formen gegenseitiger Hilfe und des Engagements für das Gemeinwesen gefördert und begleitet werden. Dadurch sollen das soziale Miteinander, nachbarschaftliche Beziehungen und die Selbsthilfe gestärkt werden. Das Projekt leistet auch einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung, zur Förderung der Arbeitsfähigkeit und zur Schaffung von Perspektiven im Falle von Arbeitslosigkeit, zum Erhalt der Selbständigkeit im Alter und bei Mobilitätseinschränkungen.

Das Vorhaben lässt sich dem „Leitbildbereich III: Bildungs- und Kulturstadt mit internationalem Anspruch und hoher Lebensqualität“ des INSEK zuordnen. Darin ist die „gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen“ als eines der Entwicklungsziele formuliert. Ferner ist die Ableitung aus dem INSEK durch die Zuordnung zum Zentralen Vorhaben 3g „Erhalt und Entwicklung sozial ausgewogener Stadtteile mit gleichen Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe für alle Bewohnerinnen und Bewohner“ gegeben.

Die Umsetzung des Projektes ist für den Zeitraum 2016-2018 vorgesehen. Gegenstand der geplanten anteiligen Förderung aus Mitteln des Programms Soziale Stadt in Höhe von 90.000 € sind die Kosten für eine Personalstelle und Sachkosten, die insbesondere für die bewohnergetragene Gestaltung des Nachbarschaftstreffs, des Wohnumfeldes sowie der Projekträume und -wohnungen anfallen. Mit Hilfe der personellen Unterstützung sollen bereits während der Anlaufphase die Voraussetzungen für eine (ehrenamtliche oder anderweitig finanzierte) Weiterführung des Projektes geschaffen werden. Darüber hinaus ist eine finanzielle Beteiligung der WOWI vorgesehen, v.a. bei der Herrichtung des Treffs und der Projektwohnungen sowie in Form eines Verzichts auf die Kaltmiete für den Nachbarschaftstreff.

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