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Gegen Vereinsamung - aufsuchende soziale Arbeit

Der schon jetzt relativ hohe Bevölkerungsanteil von Senioren sowohl in der Gebietskulisse als auch in der Gesamtstadt wird zu Prognosen zufolge weiter steigen. Verschiedene Einrichtungen und Dienste beobachten eine zunehmende Kontaktarmut und Vereinsamung älterer Menschen. Aufgrund von Einschränkungen bei der Mobilität haben ältere und behinderte Menschen zunehmend Probleme, ihre Wohnung oder die Pflegeeinrichtung zu verlassen, um notwendige Wege wie Arztbesuche oder Einkäufe zu erledigen, an Veranstaltungen des öffentlichen Lebens teilzunehmen oder sich mit anderen Menschen auszutauschen. Unsicherheit, Scham oder Resignation verstärken die Rückzugstendenzen. Neben Senioren werden aber immer wieder auch Fälle bekannt, in denen Menschen jüngeren Alters persönlich überfordert und von der Nachbarschaft und dem sozialen Umfeld sozial isoliert in ihren Wohnungen leben.

Die genannten Personenkreise nehmen – wenn überhaupt – die vorhandenen Leistungen des sozialen Versorgungssystems zu einem relativ späten Zeitpunkt in Anspruch, sodass präventive Hilfen nicht mehr ihre Wirkung entfalten können. Die Problemlagen sind dann bereits fortgeschritten und verursachen mitunter hohe Folgekosten. Einsamkeit und fehlende gesellschaftliche Teilhabe sind Risikofaktoren für eine spätere Pflegebedürftigkeit. Oft fehlt den Betroffenen auch die Kenntnis oder der Mut, die an sich gut ausgebaute Struktur niedrigschwelliger offener Angebote in Frankfurt (Oder) in Anspruch zu nehmen. Vorurteile und Ängste gegenüber Ämtern und Behörden tragen dazu bei, dass Hilfe nicht oder zu spät gesucht oder in Anspruch genommen wird.

Dieser Entwicklung soll mit der vorliegenden Projektidee entgegengewirkt werden. Es lässt sich dem „Leitbildbereich III: Bildungs- und Kulturstadt mit internationalem Anspruch und hoher Lebensqualität“ des INSEK zuordnen. Darin ist die „gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen“ als eines der Entwicklungsziele formuliert.  Ferner ist die Ableitung aus dem INSEK durch die Zuordnung zum Zentralen Vorhaben 3g „Erhalt und Entwicklung sozial ausgewogener Stadtteile mit gleichen Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe für alle Bewohnerinnen und Bewohner“ gegeben.

Im Vorfeld der Umsetzung ist es zunächst erforderlich, die bestehenden Angebote ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe zusammenzutragen und (besser) miteinander zu vernetzen. Auf dieser Grundlage können die konkreten Bedarfe erfasst und die Projektidee präzisiert werden. Hierfür könnte der bereits etablierte Runde Tisch „Überforderte Nachbarschaften“ genutzt werden. Darüber hinaus ist mit Hilfe einer Interessenbekundung ein Projektträger zu gewinnen. Für diese Tätigkeit kommen z.B. bestehende ambulante soziale Dienste wie das Freiwilligenzentrum, der ASB, die Demenzberatung des ASB, der Pflegestützpunkt, der Internationale Bund, die Volkssolidarität oder ambulante Pflegedienste in Frage. Wichtige Kooperationspartner sind die Wohnungsunternehmen.

Im Rahmen der Vorbereitung und Umsetzung sollen bestehende Angebote und Trägerstrukturen berücksichtigt und damit Doppel- oder Mehrfachstrukturen vermieden werden. Im Einzelnen sind folgende Aktivitäten denkbar:

- Durchführen von ehrenamtlichen Besuchsdiensten

- Schulung ehrenamtlich Tätiger, die im Bereich der aufsuchenden Arbeit tätig sind oder

sein möchten u.a. zu den Themen: Lebenslage Seniorenalter, Problemlagen und

Krankheitsbilder, Gesprächsführung, soziales Versorgungssystem in Frankfurt (Oder)

- haushaltsnahe Nachbarschaftshilfe

- aufsuchende Wohnberatung

- Vermittlung von Hilfsmitteln im alltäglichen Leben

- Vermittlung an weiterführende Dienste und Einrichtungen, ggf. einschließlich Begleitung

dorthin

- Organisation von Kontakten zu Fahr- und Begleitdiensten

- Öffentlichkeitsarbeit.

Der Erfolg des Projektes soll u.a. anhand der Zahl der Kontakte, der beratenen Personen, der Weitervermittlungen, der Kooperationspartner, der ehrenamtlichen Helfer sowie der Schulungen und Schulungsteilnehmer gemessen werden. Sofern die aufsuchenden Dienste von der Zielgruppe angenommen und positive Ergebnisse erzielt werden, könnte das Projekt in bestehende Angebote oder Einrichtungen integriert werden. Zudem könnten ehrenamtliche Helfer ihre Tätigkeit auch nach Auslaufen einer Förderung fortsetzen und ihr Wissen weitergeben. Langfristig könnten dadurch die bestehenden Versorgungsstrukturen gestärkt und Folgekosten durch nicht bedarfsgerechte oder zu spät in Anspruch genommene Dienste vermieden werden.

Zur anteiligen Finanzierung der Personal- und Sachkosten ist für den Zeitraum 2017-2020 ein Zuschuss aus Mitteln des Programms Soziale Stadt in Höhe von 240.000 € vorgesehen. Eine angemessene Beteiligung der Wohnungsunternehmen an der Konzipierung und Umsetzung des Projektes sollte geprüft werden.

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