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Frankfurter Sozialbetrieb

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist seit längerer Zeit von grundlegenden Veränderungen geprägt. Dazu gehören u.a. die Verfestigung von Arbeitslosigkeit, die Zunahme gering entlohnter Tätigkeiten und die teilweise Verdrängung regulärer, sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Hinzu kommen der absehbare Fachkräftemangel und die hohe Zahl an Jugendlichen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss. Die Folgen dieser Entwicklung sind auch auf lokaler Ebene spürbar und treffen vor allem die ohnehin benachteiligten Gebiete. Auch das INSEK hat den Handlungsbedarf erkannt. Aus diesem Grund ist ein Umdenken hinsichtlich der Instrumente und Angebote der Arbeitsmarktpolitik erforderlich.

Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt „Frankfurter Sozialbetrieb“. Es richtet sich an langzeitarbeitslose Frauen und Männer über 50 Jahre, die in absehbarer Zeit keine Chance haben, auf dem regulären Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz zu finden. Mit dem Projekt soll der Schritt von bisherigen Formen der Beschäftigung und Betreuung von (Langzeit-)Arbeitslosen zur Verbindlichkeit von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als Ergebnis einer Bildungs- und Betreuungskette vollzogen werden. Damit gelten hier die Regeln des regulären Arbeitsmarktes.

Mit dem Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

- Reduzierung der Zahl langzeitarbeitsloser Personen über 50 Jahre durch Vermittlung

von mindestens drei Teilnehmern in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

und mindestens eines Teilnehmers in eine Umschulung oder Weiterbildung

- Ermöglichen der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bzw. der Entwicklung einer

beruflichen Perspektive

- Bearbeitung persönlicher Probleme (z.B. Überschuldung, häuslicher Überforderung)/

positive Persönlichkeitsentwicklung/ Selbstvertrauen

- Vermittlung/ Verbesserung von Kompetenzen im sozialen und personalen Bereich

- Aktivierung der Lernbereitschaft (Wollen) und Förderung der Lernfähigkeit (Können).

 

Das Projekt lässt sich dem „Leitbildbereich III: Bildungs- und Kulturstadt mit internationalem Anspruch und hoher Lebensqualität“ des INSEK zuordnen. Darin ist die „gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen“ als eines der Entwicklungsziele formuliert. Ferner ist die Ableitung aus dem INSEK durch die Zuordnung zum Zentralen Vorhaben 3g „Erhalt und Entwicklung sozial ausgewogener Stadtteile mit gleichen Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe für alle Bewohnerinnen und Bewohner“ gegeben.

Im Rahmen der Umsetzung des Projektes ist die Beschäftigung von insgesamt 15 Teilnehmern vorgesehen. Davon entfallen je sieben Teilnehmer auf zwei Arbeitsgruppen und ein Teilnehmer auf den Verwaltungsbereich. Parallel ist eine MAE-Maßnahme zur Fähigkeitsüberprüfung mit acht Teilnehmern geplant.

Die Umsetzung umfasst eine Aktivierungsphase und die Sozialbetreuung. In der Aktivierungsphase geht es zunächst um das Erkennen und Bearbeiten von Vermittlungshemmnissen durch gezielte pädagogische Begleitung. Darauf folgt die Tätigkeit in den zwei Arbeitsgruppen in konkreten Projekten innerhalb der Gebietskulisse. Als Grundlage haben die Fachämter der Stadt Frankfurt (Oder) bereits eine entsprechende Liste zusammengestellt, in der u.a. Arbeiten im öffentlichen Raum und verschiedenen Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sowie zur Erhaltung von Denkmalobjekten aufgeführt sind. Die kontinuierliche Sozialbetreuung als zweiter Baustein garantiert, dass jedem Teilnehmer eine individuelle Perspektive auf dem Arbeitsmarkt aufgezeigt wird. Zusätzlich erfolgt die umfassende Unterstützung bei der Bewältigung persönlicher Probleme.

Der Erfolg dieser Aktivitäten soll anhand der insgesamt erreichten Teilnehmer, der Teilnehmer, die nach Abschluss der Maßnahme in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eintreten (können), der Zahl der gesicherten stadtbildprägenden Gebäude, der umgesetzten Projekte in den Kitas der Stadt und der Kooperationspartner gemessen werden. Potenzieller Träger des Projektes ist die DAA, die als einziger Träger über die notwendige Betriebserlaubnis für einen Beschäftigungsbetrieb verfügt. Im Frühjahr 2015 wurde unter Einbeziehung vergleichbarer Aktivitäten des bbw ein wirtschaftlich selbständiger Eigenbetrieb gegründet, der sich mittelfristig selbst tragen und erwirtschaftete Überschüsse in neue Beschäftigungsverhältnisse investieren soll.

Kooperationspartner des Projektes sind neben dem Beauftragten für Beschäftigungsförderung, der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem Grünflächenamt sowie dem Amt für Jugend und Soziales der Stadt Frankfurt (Oder) das Jobcenter, kleine und mittlere Unternehmen aus der Region sowie verschiedene Einrichtungen der sozialen Infrastruktur.

Der unrentierliche Anteil, der bislang nicht durch erhaltene Aufträge erwirtschaftet werden kann, beläuft sich gegenwärtig auf 250.000 € pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für einen Sozialbetreuer und projektbezogene Sachkosten in Höhe von insgesamt 150.000 € pro Jahr.

Eine Unterstützung aus Mitteln der Sozialen Stadt wäre insbesondere in Form einer auf den Zeitraum 2016-2018 begrenzten Anschubfinanzierung für konkrete Projekt- bzw. Sachausgaben in Verknüpfung mit anderen, im IEK verankerten und / oder in der Gebietskulisse verorteten Projekten denkbar. Der konkrete Förderbedarf zur anteiligen Finanzierung von Sach- und Betriebskosten beträgt insgesamt 110.000 €.

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